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CARL ADOLF SENFF
(1785 Halle [Saale] - 1863 Ostrau)

Mädchen mit hochgesteckter Zopffrisur en face vor Landschaft mit Goldene Aue und dem Kyffheuser

17,5 x 19 cm.
Leinwand mit Karton hinterlegt

Von 1816 bis 1848 lebte Senff in Rom. Zweimal kam er zu Verwandtschaftsbesuchen nach Deutschland: 1833 und 1845. Während dieser Aufenthalte entstanden zahlreiche Familienbilder. Unsere Portraits können aufgrund der Haarmode und Bekleidung dem ersten Deutschlandaufenthalt 1833 zugeordnet werden. Auch wenn der Name der Dargestellten (noch) unbekannt ist, macht doch der landschaftliche Hintergrund des Mädchenportaits mit Goldener Aue und dem Kyffhäuser klar, daß sie unweit von Ostrau lebte, wie auch der Künstler, der bei seinem Bruder dem Pastor Carl Wilhelm Senff untergekommen war.
Auch wenn man gerne mehr über die gefühlvoll blickende Hübsche wüßte, steht sie doch beispielhaft für eine mit großem Einfühlungsvermögen geschilderte Heranwachsende. Schüchtern und etwas ängstlich aber hellwach ist der Blick, steht sie doch erstmals einem berühmten Künstler Modell. Auch wenn die Physiognomie mit runden Formen an das von Senff verinnerlichte nazarenische Ideal angeglichen sein mag, wirkt sie in ihrer Authentizität überaus präsent. Das unten rechts sichtbare Dach eines Wohnhauses mag ihr Elternhaus sein, in dem sich ihre Kindheit abspielte. Die weite Landschaft hinter ihr mag ein Hinweis auf die vor ihr liegende Zukunft sein.

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